Paramente
Definition[Bearbeiten]
Paramente (wohl von parare mensam, lat.: den Tisch bereiten) sind die im Gottesdienst und Kirchenraum verwendeten Textilien, die Antependien („Vorhänge“), die am Altar, dem Lesepult und der Kanzel hängen, das Altartuch, die beim Abendmahl verwendeten Tücher (Korporale, Velum, Palla) und die liturgischen Gewänder.
Paramente sind somit alle textilen Gebrauchs- und Schmuckgegenstände in der Kirche.
Geschichte[Bearbeiten]
Seit dem 4. Jahrhundert wurde der Gebrauch von Paramenten üblich, im 9. Jahrhundert ist er im ganzen Abendland zu finden.
Bestimmte Farben und Muster symbolisierten dabei bestimmte Feiertage und Zeiten im Kirchenjahr. Bereits seit dem 12. Jahrhundert gilt weiß für die Christusfeste, violett für die Passions- und Adventszeit, rot für Pfingsten, grün für die Sonntage nach Epiphanias und nach Pfingsten und schwarz für Karfreitag.
Nach der Reformation gewann im Protestantismus eine kritische Haltung gegenüber den farbigen liturgischen Gewändern an Einfluss. Der schwarze Talar (von lat. talus – Knöchel) mit weißem Beffchen wurde zuerst in Preußen und in der Folge nach und nach in allen Landeskirchen eingeführt.
Im 20. Jahrhundert wurde diese Festlegung immer wieder kontrovers diskutiert. Die Antependien aber wurden und werden vielerorts bis heute entsprechend der Kirchenjahreszeit angebracht.
Sie predigen auch mittels der biblischen Symbole (z. B. Stern, Dornenkrone, Weintrauben oder Ähren), mit denen sie oft versehen sind, denn die Gottesdienstbesucher haben sie stets im Blick, wenn sie auf Altar, Lesepult und Kanzel blicken.
So haben die Paramente einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Sprache des Kirchenraumes.