Lesepult
Funktion[Bearbeiten]
Das Lesepult gehört wie die Kanzel zu den liturgischen Orten des Wortes im Gottesdienstraum.
Ist der Altar der Ort, an dem Christus im Sakrament sichtbar ist, so ist das Lesepult der zweite Pol des Gottesdienstraumes, nämlich der Ort, an dem Christus in seinem Wort hörbar ist.
Außer für die beiden gottesdienstlichen Lesungen dienen die Lesepulte noch dem Vortrag des Lobes der Osterkerze in der Osternacht und ursprünglich dem Gesang eines Psalms zwischen beiden Lesungen, an
dessen Stelle jetzt das Wochenlied getreten ist.
Wo kein Lesepult vorhanden ist, wird vom Altar aus gelesen.
Ambo[Bearbeiten]
Seit der Antike wird der Ort, von wo aus gottesdienstliche Lesungen vorgetragen und Psalmen intoniert und von wo auch gepredigt wurde, besonders hervorgehoben: Der dafür gebräuchliche Begriff „Ambo“ bezeichnet einen „erhöhten Ort“. In der Gegenwart ist die Bezeichnung „Ambo“ vor allem in der katholischen Kirche gebräuchlich. Dort ist er auch der für die Predigt vorgesehene Platz, während Kanzeln in katholischen Kirchen nur noch selten zu finden sind.
Gestaltung der Lesepulte[Bearbeiten]
Die feierliche Wortverkündigung ist erster Höhepunkt des Gottesdienstes und wird wie die Feier des heiligen Abendmahles mit Lob, Dank und Freude verbunden. Trotzdem sind auch die historischen Lesepulte unserer Kirchen oft recht einfache und bewegliche hölzerne Ständer mit Pultaufsatz, deren Standort in der Mittelachse vor dem Altar verändert
werden kann.
Massivere, künstlerisch ausgestaltete und mit Antrittsstufen versehene
Lesepulte können in die Mitte einer Schrankenanlage zwischen Altarraum und Kirchenschiff eingefügt sein, wie z. B. in der Dresdner Frauenkirche. Es kann auch nur ein metallenes Pult auf die ebenfalls als metallenes Geländer ausgeführte Schrankenanlage in der Mitte aufgesetzt sein. Kann das Lesepult nicht in der Mittelachse stehen, so ist der Standort mit Blickrichtung zum Altar links auf der – nomen est omen – Evangelienseite des Kirchenraumes.
Vor allem in manchen neugotischen Kirchen handelt es sich um dort fest eingebaute massivere Lesepulte.
Lesepulte können künstlerisch gestaltet sein. Häufig werden sie angepasst an die liturgischen Farben des Kirchenjahres geschmückt. Hilfreich ist es, wenn ein Lesepult in seiner Höhe verstellbar ist. Ein bewährtes Maß für Erwachsene sind 95 cm von der Standebene bis zur Ablage. Die Ablage sollte schräggestellt sein, um das Lesen zu erleichtern und das Ablegen auch größerer Formate erlauben (ca. 45 cm breit und 30 cm hoch).
Lektionar und Lesepult[Bearbeiten]
Das Lektionar für die gottesdienstlichen Lesungen hat seinen Platz in einer Ablage des Lesepultes oder gleich auf dem Pult. Es gehört zum Kirchnerdienst, die Lesezeichen für die Abschnitte des betreffenden Gottesdienstes einzulegen.