Basilika
Bis ins �. Jh. hinein waren sog. Hauskirchen der bevorzugte Ort für den Gottesdienst und das Zusammenkommen der christlichen Gemeinde. In Rom gab es um 300 etwa 40 solche Hauskirchen. Mit der Legalisierung des Christentums ab 313 und dem bald darauf folgenden Anwachsen der Gemeinden setzte – beginnend mit Rom und unter besonderer Beachtung des Kirchenbaus in Jerusalem – ein Kirchenbau-Boom ein.
Man orientierte sich an dem, was sich bereits als Versammlungsraum bewährt hatte, die Basilika – ein in der Antike weit verbreiteter großer rechteckiger Raum mit einem hohen Mittelschiff und zwei oder mehr (evtl. nicht so hohen) Seitenschiffen oder -galerien und dem Eingang an einer der schmalen Seiten („basilika“ = königliche, also große Halle) – so jedenfalls im antiken „Westen“.
Das werden jetzt die Räume für den christlichen Gottesdienst mit nur leichten Erweiterungen – eine Apsis an der Seite dem Eingang gegenüber und eine leichte Erhöhung des Raumes in und vor der Apsis für die Presbyter und den Bischof, manchmal eine Vorhalle, ein Atrium.
Mit der Zeit machte sich ein Querschiff nötig, z. B. um Platz für Tische zu haben, die man für die Bereitung der Gaben für das Abendmahl benötigte – wohl ungeplant ergab sich ein Grundriss in Kreuzform und also eine Kreuzs ymbolik am Kirchenbau. Bereits im 4.Jh. wurde die Apsis baulich vom Raum, in dem sich die Gemeinde versammelte, abgesetzt. Sie gewann als der Ort, wo sich der Altar befand, besondere Bedeutung.
Grundsätzlich findet man aber zwei Grundtypen von Kirchenräumen: den an der Basilika orientierten und den am Kreis orientierten: Der erstere fördert einen Gottesdienst, der am weg orientiert ist – am Kommen, Hören, Weitergehen zum Altar, Zurückgehen zum Platz, Danken und Gehen in die Welt. Der Kirchenbau in Westeuropa folgte sehr häufig diesem Konzept.
Der zweite fördert einen Gottesdienst, der am Feiern und zusammensein orientiert ist: Zusammenkommen und sich versammeln um eine Mitte – ein Taufbecken oder einen Abendmahlstisch. Er findet sich im Westen in vielen Taufkirchen (Baptisterien) und im Osten in den über einem gleichschenkeligen Kreuzgrundriss errichteten Kreuzkuppelkirchen, die für den byzantinischen Kirchenbau maßgebend wurden.
Mit der Zeit wurden die Kirchenbauten, genauer die Altäre, immer häufiger „geostet“, also auf die aufgehende Sonne, auf Christus, das Licht der Welt ausgerichtet – eine wichtige Ent- scheidung, von der erst ab dem 16. Jh. wieder häufiger abgewichen wurde.