Geschichte des Kirchenbaus

Aus kirchnerwiki.de
Version vom 9. Juli 2026, 17:57 Uhr von KathrinMette (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „== Anfänge == Mit dem Neuen Testament ist uns die Erinnerung daran gegeben, dass Christen prinzipiell auch ohne besonders ausgegrenzte, der Begegnung mit Gott exklusiv vorbehaltene Räume auskommen: Dies lag zum einen daran, dass ihr Gottesdienst anfangs weithin mit einem gemeinsamen Essen einherging und man sich zu diesem Zwecke in Privathäusern traf. Zugleich definieren die maßgeblichen Schriften des NT den Begriff des „heiligen Raumes“, genauer…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Anfänge

Mit dem Neuen Testament ist uns die Erinnerung daran gegeben, dass Christen prinzipiell auch ohne besonders ausgegrenzte, der Begegnung mit Gott exklusiv vorbehaltene Räume auskommen: Dies lag zum einen daran, dass ihr Gottesdienst anfangs weithin mit einem gemeinsamen Essen einherging und man sich zu diesem Zwecke in Privathäusern traf. Zugleich definieren die maßgeblichen Schriften des NT den Begriff des „heiligen Raumes“, genauer den Begriff des Tempels, des Ortes, wo für Israelten, für Griechen und Römer Gott wohnt, neu. Bei den Christen gilt: Der eigentlich Tempel ist Jesus Christus, denn:

  • "in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol. 2,9) und ebenso kann

auch davon geredet werden, dass die Christen der Tempel, also der Wohnort Gottes sind

  • 1. Kor 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
  • Eph. 2,21: Die ganze Gemeinde wächst „zu einem heiligen Tempel im Herrn“. Die Christen sind zusammen mit Christus das Haus und zugleich die Priester! 1. Petr. 2,4

Deshalb finden wir bis hinein ins dritte Jahrhundert keine ausgepägte Kirchenbau-Kultur, allerdings angesichts der wachsenden Zahl der Christen bald sehr wohl „Gemeindezentren” mit mehreren Zweck-Räumen, darunter auch einem dem Gottesdienst vorbehaltenen Raum.

Bis ins 4. Jh. hinein waren sog. Hauskirchen der bevorzugte Ort für den Gottesdienst und das Zusammenkommen der Gemeinde. In Rom gab es um 300 etwa 40 solche Hauskirchen. Mit der Legalisierung des Christentums ab 313 und dem bald darauf folgenden Anwachsen der Gemeinden setzte – beginnend mit Rom und unter besonderer Beachtung des Kirchenbaus in Jerusalem – ein Kirchenbau-Boom ein.