Orgel: Unterschied zwischen den Versionen
Abschnitt: Pflege, Wartung und Stimmung der Orgel |
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Es ist unbedingt erforderlich, die technischen Zugänge zur Orgel (z. B. seitliche und hintere Klappen, Türen oder Füllungen) stets frei zu halten und nicht etwa mit Reservestühlen, der Weihnachtskrippe, Notenständern oder ähnlichem zu „verbauen“. | Es ist unbedingt erforderlich, die technischen Zugänge zur Orgel (z. B. seitliche und hintere Klappen, Türen oder Füllungen) stets frei zu halten und nicht etwa mit Reservestühlen, der Weihnachtskrippe, Notenständern oder ähnlichem zu „verbauen“. | ||
Mit der Orgelbauer:in können alle weiteren, die Kirchner oder Küsterinnen betreffenden Fragen abgesprochen werden. Wenn der Orgelbauer größere Schäden feststellt oder eine – alle 15 - 20 Jahre bei einer Pfeifenorgel fällige – „Hauptausreinigung“ fällig wird, so muss er der Kirchengemeinde schriftlich darüber Bericht erstatten. Dann sollte in der | Mit der Orgelbauer:in können alle weiteren, die Kirchner oder Küsterinnen betreffenden Fragen abgesprochen werden. Wenn der Orgelbauer größere Schäden feststellt oder eine – alle 15 - 20 Jahre bei einer Pfeifenorgel fällige – „Hauptausreinigung“ fällig wird, so muss er der Kirchengemeinde schriftlich darüber Bericht erstatten. Dann sollte in der Regel auch der oder die landeskirchliche Orgelsachverständige eingeschaltet werden. | ||
Regel auch der oder die landeskirchliche Orgelsachverständige eingeschaltet werden. | |||
== Spielanlage == | |||
Die Spielanlage einer Orgel befindet sich entweder am Instrument selbst (vorn mittig, seitlich oder – seltener – dahinter) oder aber als „freistehender Spieltisch“ von der Orgel abgesetzt. | |||
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Der Organist oder die Organistin werden in der Regel die Manualtasten selbst reinigen. | |||
Die Tasten dürfen höchstens mit einem sehr schwach angefeuchteten Tuch unter Zusatz eines milden Reinigungsmittels oder ggf. auch mit etwas Brennspiritus behandelt werden. Zur Vermeidung von Verunreinigungen zwischen den Manualtasten und dadurch entstehende Störungen sollte niemals über den Tasten radiert werden. | |||
Die Pedalklaviatur darf in keinem Fall herausgenommen oder auch nur bewegt werden, um darunter Schmutz aufzuwischen, da ansonsten beim Wiedereinsetzen die Spieltrakur beschädigt werden kann. Eine solche Reinigung kann nur der Orgelbauer im Zuge seiner regelmäßigen Wartung tun. Auch mit dem Staubsauger sollte nicht zwischen oder unter | |||
den Tasten gesaugt werden. | |||
== Heizgeräte im Bereich der Spielanlage == | |||
Version vom 10. Juli 2026, 08:35 Uhr
Orgeln sind seit dem 3. Jh. v. Chr. bekannt. In Kirchen erklangen Orgeln etwa seit dem 9. Jh., zuerst an Bischofssitzen und in Klöstern. Im Spämittelalter wurden die Orgeln technisch verbessert und kamen in immer mehr Kirchen zum Einsatz. Mit der Reformation wurde es bald üblich, Orgeln auf einer Empore im Westen des Kirchenschiffes aufzustellen (manchmal auch hinter oder über dem Altar). Um den Gemeindegesang begleiten und einen großen Kirchenraum ausfüllen zu können, wurden große und vollklingende Instrumente benötigt. Der Orgelbau kam, vor allem auch in Deutschland, zu großer Blüte.
Die Orgellandschaft in Deutschland ist vielfältig. Nahezu in jeder Kirche befindet sich eine Orgel. Viele stehen unter Denkmalschutz.
Bekannte und unbekannte Orgelbauer haben sie errichtet. In diesem Zusammenhang ist Gottfried Silbermann (* 14. Januar 1683 in Kleinbobritzsch (Erzgebirge); † 4. August 1753 in Dresden) hervorzuheben.
„Königin der Instrumente“ wird die Orgel genannt. Sie gehört oft zu den wertvollsten Einrichtungen im Kirchenraum. Pfeifenorgeln sind sehr empfindliche Instrumente und nur Fachleute kennen sich in ihrem komplizierten „Innenleben“ aus.
Orgeln und (Raum)Klima
Temperaturunterschiede machen einer Pfeifenorgel in der Regel nichts aus, wenn die Werte nicht gerade für längere Zeit um den Gefrierpunkt oder über 5°C liegen. Dann ändert sich nur die Stimmtonhöhe: Bei Wärme steigt sie, bei Kälte sinkt sie.
Empfindlich reagieren Orgeln jedoch auf Veränderungen der Luftfeuchte im Raum: Wenn sie unter 40% fällt und der Raum zu trocken ist, besteht die Gefahr des Austrocknens.
Vor allem das Holz – als wesentlicher Werkstoff jeder Orgel – gibt dann zuviel Feuchtigkeit ab, verändert sich deshalb in seiner Form und nimmt oft bleibenden Schaden. Auch die empfindlichen Lederteile mancher Orgeln können austrocknen. Eine solche Austrocknung tritt vor allem bei Warmluftheizungen auf oder auch dann, wenn am Orgelstandort
ein „Wärmestau“ (etwa auf der Empore) entsteht. Und schließlich können auch längere, extrem trockene Wetterperioden Schäden in Orgeln verursachen.
Aber ebenso kann auch ein zu feuchtes Innenraumklima den Orgeln abträglich sein und zu Schimmelbildung führen. Um dies zu vermeiden, sollte entsprechend gelüftet werden.
Die beste Möglichkeit, um Schäden nicht nur an Orgeln, sondern auch an anderen Kunstwerken zu vermeiden, ist eine Grundtemperierung von etwa 8°C unter der Woche und ein langsames Auf- und Abheizen (1°C pro Stunde) an den Samstagen und Sonntagen.
Orgelinneres und Orgelprospekt
Nur Fachpersonal (also Orgelbauer, Orgelsachverständige und ggf. ausgebildete Kirchenmusiker) versteht sich darauf, wie man sich im Inneren einer Orgel bewegen muss. Allzu leicht können die empfindlichen und teuren Einzelteile beschädigt werden, was oft zunächst überhaupt nicht bemerkt wird. Deshalb endet die Zuständigkeit von Kirchner, Mesner oder Küsterinnen vor dem Orgelgehäuse. Auch die außen sichtbaren Pfeifen, die sogenannten „Prospektpfeifen“, sollten nicht angefasst werden. Vor allem den Metallpfeifen aus einer dünnwandigen Zinn/Blei-Legierung ist die Berührung – außer durch den Orgelbauer – nicht zuträglich; schon ein leichtes Abstauben wäre falsch, weil dadurch die Klangbildung verändert werden könnte.
Wartungsarbeiten an der Orgel sollten also nur durch Fachleute erfolgen.
Orgelmotor
Die regelmäßigen Wartungsmaßnahmen am elektrischen Winderzeuger einer Orgel (z. B. das Ölen oder Schmieren der Lager) sollten ausschließlich vom Orgelbauer und elektrische Anschlussarbeiten durch einen konzessionierten Elektrikbetrieb ausgeführt werden. Es sollte stets darauf geachtet werden, dass der Winderzeuger jeweils nach Gebrauch der Orgel abgeschaltet wird, um ein Heißlaufen und – bei älteren Motoren – ggf. sogar Brandgefahr zu vermeiden. Bei neueren Orgeln ist als Kontrolle meist die Beleuchtung der Pedalklaviatur mit dem Windmotor zusammengeschaltet. Sollte sie unbeaufsichtigt (etwa nachts) eingeschaltet sein, so ist die Einschaltung des Windmotors zu überprüfen (Windgeräusche in der Orgel, Klingen von Tasten bei gezogenen Registern) und dieser notfalls auszuschalten.
Blasebälge
Zur Speicherung und Regulierung des Orgelwindes haben viele Orgeln in Nähe des elektrischen Winderzeugers auch einen oder mehrere Blasebälge. In vielen Fällen befinden sich diese Bälge hinter der Orgel oder manchmal auch auf dem Dachboden. Wiederum gilt: Der Blasebalg bleibe vom Nichtfachmann unberührt! Das heißt, man darf an den Gewichten (Steine, Kästen mit Sand) oder Spannfedern, die oben aufliegen und den Druck der Orgelluft regulieren, nicht das Geringste verändern. Auf den Blasebalg sollte man auch nichts legen (Gerümpel, Stühle, alte Gesangbücher etc.). Auch an der Schnur oder Kette, die vom Balg aus meist zum Windregler läuft, darf nichts verändert werden. Sie muss sich frei bewegen können.
Pflege, Wartung und Stimmung der Orgel
Jede Kirchengemeinde sollte möglichst einen Wartungs- und Stimmvertrag (auch Orgelpflegevertrag genannt) mit einer Orgelbaufirma abschließen. Darin ist festgelegt, in welchen Zeitabschnitten die Orgelbauer:in erscheint (meist im Abstand von ein oder zwei Jahren) und ob die Gemeinde einen „Tastenhalter“ zum Stimmen stellen muss. Die Orgelbauer:in wird dabei das Instrument nicht nur regelmäßig nachstimmen, sondern – fast noch wichtiger – die Orgel auch auf einwandfreie Funktion, Schädlinge und klimatisch bedingte
Veränderungen durchsehen.
Während des Stimmens (bei kleinen und mittleren Orgeln in der Regel etwa einen Tag) sollte die Raumtemperatur möglichst völlig konstant sein. Aus diesem Grund werden Orgeln meist in den Sommermonaten gestimmt.
Es ist unbedingt erforderlich, die technischen Zugänge zur Orgel (z. B. seitliche und hintere Klappen, Türen oder Füllungen) stets frei zu halten und nicht etwa mit Reservestühlen, der Weihnachtskrippe, Notenständern oder ähnlichem zu „verbauen“. Mit der Orgelbauer:in können alle weiteren, die Kirchner oder Küsterinnen betreffenden Fragen abgesprochen werden. Wenn der Orgelbauer größere Schäden feststellt oder eine – alle 15 - 20 Jahre bei einer Pfeifenorgel fällige – „Hauptausreinigung“ fällig wird, so muss er der Kirchengemeinde schriftlich darüber Bericht erstatten. Dann sollte in der Regel auch der oder die landeskirchliche Orgelsachverständige eingeschaltet werden.
Spielanlage
Die Spielanlage einer Orgel befindet sich entweder am Instrument selbst (vorn mittig, seitlich oder – seltener – dahinter) oder aber als „freistehender Spieltisch“ von der Orgel abgesetzt.
Der Organist oder die Organistin werden in der Regel die Manualtasten selbst reinigen.
Die Tasten dürfen höchstens mit einem sehr schwach angefeuchteten Tuch unter Zusatz eines milden Reinigungsmittels oder ggf. auch mit etwas Brennspiritus behandelt werden. Zur Vermeidung von Verunreinigungen zwischen den Manualtasten und dadurch entstehende Störungen sollte niemals über den Tasten radiert werden.
Die Pedalklaviatur darf in keinem Fall herausgenommen oder auch nur bewegt werden, um darunter Schmutz aufzuwischen, da ansonsten beim Wiedereinsetzen die Spieltrakur beschädigt werden kann. Eine solche Reinigung kann nur der Orgelbauer im Zuge seiner regelmäßigen Wartung tun. Auch mit dem Staubsauger sollte nicht zwischen oder unter
den Tasten gesaugt werden.