Orgel: Unterschied zwischen den Versionen

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KathrinMette (Diskussion | Beiträge)
Abschnitt: Spielanlage
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== Heizgeräte im Bereich der Spielanlage ==
== Heizgeräte im Bereich der Spielanlage ==
Da im Winter manchmal auch an unbeheizten Tagen das Üben an der Orgel erforderlich ist, werden in vielen Fällen Kleinheizgeräte in Nähe der Spielanlagen aufgestellt. Elektrische Standstrahler, Heizöfen oder Wärmestrahler über den Manualtasten und unter der Orgelbank (sogenannte „Tasten- oder Bankheizungen“) stellen jedoch nicht nur eine ganz
erhebliche Brandgefahr dar, sondern können auch Schäden an den Klaviaturen, der Spiel mechanik oder dem Orgelgehäuse verursachen. Darüber hinaus verbrauchen diese Geräte sehr viel Energie. Völlig ungefährlich und energiesparend sind dagegen sogenannte „Wärme-Paravents“ (Wandschirme mit Wärmeflächen hinter der Orgelbank) oder Wärmeplatten unter den Pedalklaviaturen, die strahlungsfrei arbeiten. Hier kann der Orgelbauer entsprechend Auskunft geben.
== Schädlingsbefall ==
Der am weitesten verbreitete Schädling in Pfeifenorgeln, aber auch anderen Kirchenausstattungen aus Holz ist die Larve des gemeinen Nagekäfers (anobium punctatum, im Volksmund „Holzwurm“) Die Einflugmonate des kleinen schwarzen Käfers sind Mai bis Juli. Feuchte und nur teilweise beheizte Räume werden zur Ablage der Eier bevorzugt.
Die Larven können erhebliche Schäden in den Windladen und Holzpfeifen oder aber dem Schnitzwerk historischer Orgeln anrichten, wobei Laubholz besonders gefährdet ist.
Erkennbar ist Anobienbefall an den runden Fraßlöchern und frischen Holzmehlhäufchen.
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Ähnliches gilt für die (noch gefährlicheren) Larven des Hausbocks. Die Fraßlöcher sind hier deutlich größer und immer oval. Aufgrund einer zunehmend hohen Luftfeuchte in den Sommermonaten, ganz besonders jedoch durch das häufig zu rasche und heftige Aufheizen der Kirchenräume und der Bildung eines „Kleinklimas“ kann Schädlingsbefall in der Orgel begünstigt werden.
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Neben dem Befall von Holzschädlingen können auch andere Insekten, Nagetiere (besonders Mäuse und Siebenschläfer), Fledermäuse und Vögel in die Orgel eindringen. Tote Insekten und Insektenkot bilden zusammen mit Schmutz einen organischen Nährboden für Schimmelbefall.
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Dem Einflug von Holzschädlingen im Sommer kann wirksam begegnet werden, wenn die zum Lüften im Kirchenraum geöffneten Fenster mit Fliegendraht oder Fliegengitter aus Kunststoff verdeckt sind. Um das Eindringen von Nagetieren zu vermindern, sollten möglichst Nahrungsangebote und Nestmaterial für diese Tiere in Kirchenräumen ganz
vermieden werden. Dazu zählen z. B. Brot, Körner (von alten Erntekränzen) Heu und Stroh (von Weihnachtskrippen) und Kerzenreste. 
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Wird ein starker Verwesungsgeruch aus dem Orgelinneren festgestellt, so ist die Orgelbaufirma zu benachrichtigen, da die aggressiven Zersetzungsstoffe von toten Vögeln oder Fledermäusen (etwa in Orgelpfeifen) weitere Schäden verursachen können.
Falls sich abends Fledermäuse im Raum befinden, so sollten möglichst einige Fenster weit geöffnet und vor allem das Licht gelöscht werden, da die Tiere bei Licht quasi blind sind und so den Ausflug nicht finden. Auch völlige Stille trägt dazu bei, dass die Tiere wieder
rasch ausfliegen. 
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Wegen strenger Umweltschutzbestimmungen und der Haftung bei Folgeschäden sollte Schädlings-, Schimmel- und Tierbefall niemals in Eigenregie, sondern nur durch den Orgelbauer oder ggf. auch eine zugelassene Entwesungsfirma beseitigt werden.
== Schimmelbefall in Orgeln ==
Zu einem inzwischen sehr ernsten Problem ist der seit etwa 2000 stark zunehmende Schimmelbefall in Pfeifenorgeln geworden. Hier können die Kirchnerinnen, Küster der Mesner in ihrem Handeln vorbeugend wirken.
Schimmel in Orgeln entsteht dann, wenn der Raum bei bei kalter Witterung sehr rasch aufgeheizt wird. In der ausgekühlten, meist durch ein Gehäuse abgekapselten und da durch kaum durchlüfteten Orgel entsteht dann ein „Kleinklima“ und es schlägt sich dann  besonders auf den Holzteilen Tauwasser nieder.
Die bislang für die Schimmelbildung ausgemachten Ursachen, nämlich zu rasches Aufheizen stark ausgekühlter Räume und eine unsachgemäße oder zu geringe Raumbelüftung  sind ohne Zweifel richtig erkannt, aber es wäre falsch, sie als alleinige Gründe zu nennen  oder gar das Kirchnerehrenamt dafür verantwortlich zu machen.
Neuere Erkenntnisse weisen vielmehr darauf hin, dass die Schimmelbildung auch mit den deutlich geänderten, globalen Klimabedingungen in Zusammenhang stehen.
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Wenn Schimmelbefall im Instrument festgestellt wird, sollte die Orgelsachverständige benachrichtigt werden. Sie wird in der Regel den Umfang feststellen und ggf. Proben abnehmen und zur Analyse in ein Labor geben, um die Schimmelarten feststellen zu lassen.
Nicht alle Schimmelpilze sind gesundheitsgefährdend, aber einige können es durchaus  sein. Ein Entfernen des Schimmels kann nur der Orgelbauer im Zuge einer Orgelausreinigung vornehmen, er verfügt über die erforderlichen Spezialsauger, Materialien und Schutzausrüstungen. Von Eigenleistungen mit „Schimmel-Ex“ aus dem Baumarkt muss  dringend abgeraten werden.
== Sicherung der Orgel bei Baumaßnahmen ==
Bei Innenrenovierungen des Raumes (z. B. Schleifen, Abschlagen von Putz, Gipser-, Maler- und Stemmarbeiten, wie etwa dem Verlegen von Elektroleitungen) muss die Orgel  gesichert und verpackt („eingehaust“) werden. Dies kann nur der Orgelbauer vornehmen, denn erfahrungsgemäß werden beim Abdecken durch andere Handwerker häufig – unbeabsichtigt – Schäden verursacht. Der Orgelbauer verfügt auch über die erforderliche, atmungsaktive Spezialfolie.
== Orgelteile auf Dachböden ==
Gelegentlich befinden sich auch auf den Dachböden von Kirchen unbenutzte, manchmal sogar sehr wertvolle Teile älterer Orgeln (Windladen, Bälge, Pfeifenwerk). Nicht immer  sind sie auf den ersten Blick als Orgelteile erkennbar und werden dann bei Renovierungsarbeiten im Dachboden entfernt. Hier sollte zuvor möglichst der oder die Orgelsachverständige benachrichtigt werden, denn es ist schon vorgekommen, dass man gerade diese Teile bei Restaurierungen dringend brauchte und für teures Geld nachbauen musste.
Orgelteile auf Dachböden sind manchmal Schätze.

Aktuelle Version vom 10. Juli 2026, 15:03 Uhr

Orgeln sind seit dem 3. Jh. v. Chr. bekannt. In Kirchen erklangen Orgeln etwa seit dem 9. Jh., zuerst an Bischofssitzen und in Klöstern. Im Spämittelalter wurden die Orgeln technisch verbessert und kamen in immer mehr Kirchen zum Einsatz. Mit der Reformation wurde es bald üblich, Orgeln auf einer Empore im Westen des Kirchenschiffes aufzustellen (manchmal auch hinter oder über dem Altar). Um den Gemeindegesang begleiten und einen großen Kirchenraum ausfüllen zu können, wurden große und vollklingende Instrumente benötigt. Der Orgelbau kam, vor allem auch in Deutschland, zu großer Blüte.
Die Orgellandschaft in Deutschland ist vielfältig. Nahezu in jeder Kirche befindet sich eine Orgel. Viele stehen unter Denkmalschutz. Bekannte und unbekannte Orgelbauer haben sie errichtet. In diesem Zusammenhang ist Gottfried Silbermann (* 14. Januar 1683 in Kleinbobritzsch (Erzgebirge); † 4. August 1753 in Dresden) hervorzuheben.
„Königin der Instrumente“ wird die Orgel genannt. Sie gehört oft zu den wertvollsten Einrichtungen im Kirchenraum. Pfeifenorgeln sind sehr empfindliche Instrumente und nur Fachleute kennen sich in ihrem komplizierten „Innenleben“ aus.

Orgeln und (Raum)Klima[Bearbeiten]

Temperaturunterschiede machen einer Pfeifenorgel in der Regel nichts aus, wenn die Werte nicht gerade für längere Zeit um den Gefrierpunkt oder über 5°C liegen. Dann ändert sich nur die Stimmtonhöhe: Bei Wärme steigt sie, bei Kälte sinkt sie.
Empfindlich reagieren Orgeln jedoch auf Veränderungen der Luftfeuchte im Raum: Wenn sie unter 40% fällt und der Raum zu trocken ist, besteht die Gefahr des Austrocknens. Vor allem das Holz – als wesentlicher Werkstoff jeder Orgel – gibt dann zuviel Feuchtigkeit ab, verändert sich deshalb in seiner Form und nimmt oft bleibenden Schaden. Auch die empfindlichen Lederteile mancher Orgeln können austrocknen. Eine solche Austrocknung tritt vor allem bei Warmluftheizungen auf oder auch dann, wenn am Orgelstandort ein „Wärmestau“ (etwa auf der Empore) entsteht. Und schließlich können auch längere, extrem trockene Wetterperioden Schäden in Orgeln verursachen.
Aber ebenso kann auch ein zu feuchtes Innenraumklima den Orgeln abträglich sein und zu Schimmelbildung führen. Um dies zu vermeiden, sollte entsprechend gelüftet werden.
Die beste Möglichkeit, um Schäden nicht nur an Orgeln, sondern auch an anderen Kunstwerken zu vermeiden, ist eine Grundtemperierung von etwa 8°C unter der Woche und ein langsames Auf- und Abheizen (1°C pro Stunde) an den Samstagen und Sonntagen.

Orgelinneres und Orgelprospekt[Bearbeiten]

Nur Fachpersonal (also Orgelbauer, Orgelsachverständige und ggf. ausgebildete Kirchenmusiker) versteht sich darauf, wie man sich im Inneren einer Orgel bewegen muss. Allzu leicht können die empfindlichen und teuren Einzelteile beschädigt werden, was oft zunächst überhaupt nicht bemerkt wird. Deshalb endet die Zuständigkeit von Kirchner, Mesner oder Küsterinnen vor dem Orgelgehäuse. Auch die außen sichtbaren Pfeifen, die sogenannten „Prospektpfeifen“, sollten nicht angefasst werden. Vor allem den Metallpfeifen aus einer dünnwandigen Zinn/Blei-Legierung ist die Berührung – außer durch den Orgelbauer – nicht zuträglich; schon ein leichtes Abstauben wäre falsch, weil dadurch die Klangbildung verändert werden könnte.

Wartungsarbeiten an der Orgel sollten also nur durch Fachleute erfolgen.

Orgelmotor[Bearbeiten]

Die regelmäßigen Wartungsmaßnahmen am elektrischen Winderzeuger einer Orgel (z. B. das Ölen oder Schmieren der Lager) sollten ausschließlich vom Orgelbauer und elektrische Anschlussarbeiten durch einen konzessionierten Elektrikbetrieb ausgeführt werden. Es sollte stets darauf geachtet werden, dass der Winderzeuger jeweils nach Gebrauch der Orgel abgeschaltet wird, um ein Heißlaufen und – bei älteren Motoren – ggf. sogar Brandgefahr zu vermeiden. Bei neueren Orgeln ist als Kontrolle meist die Beleuchtung der Pedalklaviatur mit dem Windmotor zusammengeschaltet. Sollte sie unbeaufsichtigt (etwa nachts) eingeschaltet sein, so ist die Einschaltung des Windmotors zu überprüfen (Windgeräusche in der Orgel, Klingen von Tasten bei gezogenen Registern) und dieser notfalls auszuschalten.

Blasebälge[Bearbeiten]

Zur Speicherung und Regulierung des Orgelwindes haben viele Orgeln in Nähe des elektrischen Winderzeugers auch einen oder mehrere Blasebälge. In vielen Fällen befinden sich diese Bälge hinter der Orgel oder manchmal auch auf dem Dachboden. Wiederum gilt: Der Blasebalg bleibe vom Nichtfachmann unberührt! Das heißt, man darf an den Gewichten (Steine, Kästen mit Sand) oder Spannfedern, die oben aufliegen und den Druck der Orgelluft regulieren, nicht das Geringste verändern. Auf den Blasebalg sollte man auch nichts legen (Gerümpel, Stühle, alte Gesangbücher etc.). Auch an der Schnur oder Kette, die vom Balg aus meist zum Windregler läuft, darf nichts verändert werden. Sie muss sich frei bewegen können.

Pflege, Wartung und Stimmung der Orgel[Bearbeiten]

Jede Kirchengemeinde sollte möglichst einen Wartungs- und Stimmvertrag (auch Orgelpflegevertrag genannt) mit einer Orgelbaufirma abschließen. Darin ist festgelegt, in welchen Zeitabschnitten die Orgelbauer:in erscheint (meist im Abstand von ein oder zwei Jahren) und ob die Gemeinde einen „Tastenhalter“ zum Stimmen stellen muss. Die Orgelbauer:in wird dabei das Instrument nicht nur regelmäßig nachstimmen, sondern – fast noch wichtiger – die Orgel auch auf einwandfreie Funktion, Schädlinge und klimatisch bedingte Veränderungen durchsehen.
Während des Stimmens (bei kleinen und mittleren Orgeln in der Regel etwa einen Tag) sollte die Raumtemperatur möglichst völlig konstant sein. Aus diesem Grund werden Orgeln meist in den Sommermonaten gestimmt.

Es ist unbedingt erforderlich, die technischen Zugänge zur Orgel (z. B. seitliche und hintere Klappen, Türen oder Füllungen) stets frei zu halten und nicht etwa mit Reservestühlen, der Weihnachtskrippe, Notenständern oder ähnlichem zu „verbauen“. Mit der Orgelbauer:in können alle weiteren, die Kirchner oder Küsterinnen betreffenden Fragen abgesprochen werden. Wenn der Orgelbauer größere Schäden feststellt oder eine – alle 15 - 20 Jahre bei einer Pfeifenorgel fällige – „Hauptausreinigung“ fällig wird, so muss er der Kirchengemeinde schriftlich darüber Bericht erstatten. Dann sollte in der Regel auch der oder die landeskirchliche Orgelsachverständige eingeschaltet werden.

Spielanlage[Bearbeiten]

Die Spielanlage einer Orgel befindet sich entweder am Instrument selbst (vorn mittig, seitlich oder – seltener – dahinter) oder aber als „freistehender Spieltisch“ von der Orgel abgesetzt.
Der Organist oder die Organistin werden in der Regel die Manualtasten selbst reinigen. Die Tasten dürfen höchstens mit einem sehr schwach angefeuchteten Tuch unter Zusatz eines milden Reinigungsmittels oder ggf. auch mit etwas Brennspiritus behandelt werden. Zur Vermeidung von Verunreinigungen zwischen den Manualtasten und dadurch entstehende Störungen sollte niemals über den Tasten radiert werden. Die Pedalklaviatur darf in keinem Fall herausgenommen oder auch nur bewegt werden, um darunter Schmutz aufzuwischen, da ansonsten beim Wiedereinsetzen die Spieltrakur beschädigt werden kann. Eine solche Reinigung kann nur der Orgelbauer im Zuge seiner regelmäßigen Wartung tun. Auch mit dem Staubsauger sollte nicht zwischen oder unter den Tasten gesaugt werden.

Heizgeräte im Bereich der Spielanlage[Bearbeiten]

Da im Winter manchmal auch an unbeheizten Tagen das Üben an der Orgel erforderlich ist, werden in vielen Fällen Kleinheizgeräte in Nähe der Spielanlagen aufgestellt. Elektrische Standstrahler, Heizöfen oder Wärmestrahler über den Manualtasten und unter der Orgelbank (sogenannte „Tasten- oder Bankheizungen“) stellen jedoch nicht nur eine ganz erhebliche Brandgefahr dar, sondern können auch Schäden an den Klaviaturen, der Spiel mechanik oder dem Orgelgehäuse verursachen. Darüber hinaus verbrauchen diese Geräte sehr viel Energie. Völlig ungefährlich und energiesparend sind dagegen sogenannte „Wärme-Paravents“ (Wandschirme mit Wärmeflächen hinter der Orgelbank) oder Wärmeplatten unter den Pedalklaviaturen, die strahlungsfrei arbeiten. Hier kann der Orgelbauer entsprechend Auskunft geben.

Schädlingsbefall[Bearbeiten]

Der am weitesten verbreitete Schädling in Pfeifenorgeln, aber auch anderen Kirchenausstattungen aus Holz ist die Larve des gemeinen Nagekäfers (anobium punctatum, im Volksmund „Holzwurm“) Die Einflugmonate des kleinen schwarzen Käfers sind Mai bis Juli. Feuchte und nur teilweise beheizte Räume werden zur Ablage der Eier bevorzugt. Die Larven können erhebliche Schäden in den Windladen und Holzpfeifen oder aber dem Schnitzwerk historischer Orgeln anrichten, wobei Laubholz besonders gefährdet ist. Erkennbar ist Anobienbefall an den runden Fraßlöchern und frischen Holzmehlhäufchen.
Ähnliches gilt für die (noch gefährlicheren) Larven des Hausbocks. Die Fraßlöcher sind hier deutlich größer und immer oval. Aufgrund einer zunehmend hohen Luftfeuchte in den Sommermonaten, ganz besonders jedoch durch das häufig zu rasche und heftige Aufheizen der Kirchenräume und der Bildung eines „Kleinklimas“ kann Schädlingsbefall in der Orgel begünstigt werden.
Neben dem Befall von Holzschädlingen können auch andere Insekten, Nagetiere (besonders Mäuse und Siebenschläfer), Fledermäuse und Vögel in die Orgel eindringen. Tote Insekten und Insektenkot bilden zusammen mit Schmutz einen organischen Nährboden für Schimmelbefall.
Dem Einflug von Holzschädlingen im Sommer kann wirksam begegnet werden, wenn die zum Lüften im Kirchenraum geöffneten Fenster mit Fliegendraht oder Fliegengitter aus Kunststoff verdeckt sind. Um das Eindringen von Nagetieren zu vermindern, sollten möglichst Nahrungsangebote und Nestmaterial für diese Tiere in Kirchenräumen ganz vermieden werden. Dazu zählen z. B. Brot, Körner (von alten Erntekränzen) Heu und Stroh (von Weihnachtskrippen) und Kerzenreste.
Wird ein starker Verwesungsgeruch aus dem Orgelinneren festgestellt, so ist die Orgelbaufirma zu benachrichtigen, da die aggressiven Zersetzungsstoffe von toten Vögeln oder Fledermäusen (etwa in Orgelpfeifen) weitere Schäden verursachen können. Falls sich abends Fledermäuse im Raum befinden, so sollten möglichst einige Fenster weit geöffnet und vor allem das Licht gelöscht werden, da die Tiere bei Licht quasi blind sind und so den Ausflug nicht finden. Auch völlige Stille trägt dazu bei, dass die Tiere wieder rasch ausfliegen.
Wegen strenger Umweltschutzbestimmungen und der Haftung bei Folgeschäden sollte Schädlings-, Schimmel- und Tierbefall niemals in Eigenregie, sondern nur durch den Orgelbauer oder ggf. auch eine zugelassene Entwesungsfirma beseitigt werden.

Schimmelbefall in Orgeln[Bearbeiten]

Zu einem inzwischen sehr ernsten Problem ist der seit etwa 2000 stark zunehmende Schimmelbefall in Pfeifenorgeln geworden. Hier können die Kirchnerinnen, Küster der Mesner in ihrem Handeln vorbeugend wirken. Schimmel in Orgeln entsteht dann, wenn der Raum bei bei kalter Witterung sehr rasch aufgeheizt wird. In der ausgekühlten, meist durch ein Gehäuse abgekapselten und da durch kaum durchlüfteten Orgel entsteht dann ein „Kleinklima“ und es schlägt sich dann besonders auf den Holzteilen Tauwasser nieder. Die bislang für die Schimmelbildung ausgemachten Ursachen, nämlich zu rasches Aufheizen stark ausgekühlter Räume und eine unsachgemäße oder zu geringe Raumbelüftung sind ohne Zweifel richtig erkannt, aber es wäre falsch, sie als alleinige Gründe zu nennen oder gar das Kirchnerehrenamt dafür verantwortlich zu machen. Neuere Erkenntnisse weisen vielmehr darauf hin, dass die Schimmelbildung auch mit den deutlich geänderten, globalen Klimabedingungen in Zusammenhang stehen.
Wenn Schimmelbefall im Instrument festgestellt wird, sollte die Orgelsachverständige benachrichtigt werden. Sie wird in der Regel den Umfang feststellen und ggf. Proben abnehmen und zur Analyse in ein Labor geben, um die Schimmelarten feststellen zu lassen. Nicht alle Schimmelpilze sind gesundheitsgefährdend, aber einige können es durchaus sein. Ein Entfernen des Schimmels kann nur der Orgelbauer im Zuge einer Orgelausreinigung vornehmen, er verfügt über die erforderlichen Spezialsauger, Materialien und Schutzausrüstungen. Von Eigenleistungen mit „Schimmel-Ex“ aus dem Baumarkt muss dringend abgeraten werden.

Sicherung der Orgel bei Baumaßnahmen[Bearbeiten]

Bei Innenrenovierungen des Raumes (z. B. Schleifen, Abschlagen von Putz, Gipser-, Maler- und Stemmarbeiten, wie etwa dem Verlegen von Elektroleitungen) muss die Orgel gesichert und verpackt („eingehaust“) werden. Dies kann nur der Orgelbauer vornehmen, denn erfahrungsgemäß werden beim Abdecken durch andere Handwerker häufig – unbeabsichtigt – Schäden verursacht. Der Orgelbauer verfügt auch über die erforderliche, atmungsaktive Spezialfolie.

Orgelteile auf Dachböden[Bearbeiten]

Gelegentlich befinden sich auch auf den Dachböden von Kirchen unbenutzte, manchmal sogar sehr wertvolle Teile älterer Orgeln (Windladen, Bälge, Pfeifenwerk). Nicht immer sind sie auf den ersten Blick als Orgelteile erkennbar und werden dann bei Renovierungsarbeiten im Dachboden entfernt. Hier sollte zuvor möglichst der oder die Orgelsachverständige benachrichtigt werden, denn es ist schon vorgekommen, dass man gerade diese Teile bei Restaurierungen dringend brauchte und für teures Geld nachbauen musste. Orgelteile auf Dachböden sind manchmal Schätze.